in Grafton Glen Innes
wie in Schottland keltisches Monument
Invernell Centre it's a long road
Respekt einflößend mit Bedauern
nochmal klein sein Silverton Express
Broken Hill Post Office sieben Gründer
Bleibergwerk Outback Hüte
Silverton Gäste willkommen
Kunst !? für immer hier draußen

Y Not Aktuell

durchs Outback nach Broken Hill

15-01-2012

Über 2000km sind es von der Gold Coast quer durch Australien bis nach Adelaide. Von Grafton aus winden wir uns über kurvenreiche Straßen durch die „Great Dividing Range“, ein Gebirgszug der die gesamte Ostküste entlang läuft. Wir fahren durch hügeliges Farmland, durch weite Grasebenen. Wir passieren Orte, deren Namen die Herkunft der schottischen Holzfäller und Farmer verrät, die hier Mitte des 19.Jahrhunderts siedelten. Glen Innes, Inverell, Bingara. Wir fahren und fahren, Stunden um Stunden. Tage. Irgendwann ein Schild, dass anzeigt, wir sind im Outback. Das Grasland wird zur Steppe, in der die Hitze über der Ebene flirrt. Emus queren unseren Weg. Känguruhs und wilde Ziegen grasen entlang der Strasse. Ein toter Fuchs liegt am Rand und allzu häufig der Kadaver eines Känguruhs. Den riesigen Lkws macht das nichts aus. Unser Van würde das nicht so problemlos wegstecken. Deshalb fahren wir nicht bei Dunkelheit.
Die Straße läuft schnurgerade aus, soweit das Auge reicht. Und hinterm Horizont geht’s weiter. Der Begriff „endlos“, hier nimmt er für uns eine neue Dimension an. Kaum Gegenverkehr. Das verleitet dazu schneller zu fahren als erlaubt. Doch sogar hier lauert die Polizei mit Radarfallen! Und die Bußgelder sind saftig.
Irgendwann erreichen wir die Minenstadt „Broken Hill“. Harte, karge Gegend. Hier würde wohl keiner freiwillig herkommen, gäbe es nicht reiche Erz- und Edelsteinvorkommen, vor allem Blei, Silber, Opale. Im Nachbarort waren die Funde nicht so ergiebig. Silverton ist heute das was man „Ghost town“, Geisterstadt, nennt. Die Bahnlinie hierher ist längst verschrottet. In den paar verbliebenen, weit verstreut liegenden Häusern befinden sich jetzt Galerien zweifelhafter „Künstler“. Nur an einem mangelt es hier nicht. Platz.

Ach ja, noch eine Kuriosität. Bereits weit im Outback, kurz vor Broken Hill, beginnt eine ausgedehnte Quarantänezone, in die kein Obst oder Gemüse eingeführt werden darf. Sie soll die viel weiter südlich gelegenen Obstplantagen vor der Fruchtfliege schützen. Die angekündigten drastischen Strafen veranlassen uns noch so viel vom Obst zu essen wie wir können und den Rest in den aufgestellten Containern zu entsorgen. Nun sollte man annehmen, dass Früchte, die man innerhalb des Quarantänegebietes ersteht, auch innerhalb dieser Zone mitgenommen werden dürfen. Denkste! Das Gebiet erstreckt sich nämlich über drei Staaten, wobei der Sturt Highway eine kurze Strecke durch den Staat Victoria läuft. Und dort steht an der Grenze eine Kontrollstation, an der wir die eben erstandenen Produkte wieder abliefern dürfen. „Gloria Victoria“! So kann man natürlich auch den Absatz seiner Farmer unterstützen.

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