Christmas mit "Fee" Simpson Desert
Welcome to Alice Alice vom. Anzac Hill
Telegraphenstation Crowne Plaza
Spinifex Gras im Dersert Park
Biotop Salzsee kleiner Freund
Barn Owl Red Tail Kakatoo
stay cool and relax Thorny Devil
Bussard McDonnell Range
im Flussbett Simpson Gap
Rock Wallaby kurze Rast
Stanley Chasm Mission Hermannsburg
Glen Helen Station morgens in der Gorge
Glen Helen Gorge Ormiston Gorge
Ormiston Billabong

Y Not Aktuell

Where the fuck is Alice?

01-01-2012

Mitten im Nirgendwo, im Herzen Australiens, mehr als 1500km weit entfernt von der nächsten Stadt, etwa dort wo sich die Outback-Piste von Cairns nach Perth mit dem Stuart Highway kreuzt, der Verbindung von Adelaide nach Darwin, dort wurde 1872 an einem Wasserloch (daher der Name Springs) eine Telegraphenstation eingerichtet, um die Signale von Melbourne nach Darwin und von dort zum Rest der Welt zu verstärken. Benannt nach der Frau des damaligen Postbeauftragten Alice Todd ist „Alice Springs“ heute eine 25.000 Seelen Gemeinde und lebt als „Tor zum Red Centre“ überwiegend vom Tourismus.

Früher muss es hierher eine unglaublich strapaziöse Reise durch die scheinbar endlose Wüste gewesen sein. Als wir nach über drei Stunden Flug in Alice Springs die Maschine verlassen, schlägt uns eine Hitzewand entgegen als wenn jemand einen großen Heißluftfön auf uns gerichtet hätte. Hier ist Sommerzeit und mal eben 42Grad Celsius. Deshalb sind wir froh schnell ein klimatisiertes Hotelzimmer beziehen zu können. Es ist Christmas Day. Sämtliche Tische im Hotel, selbst in der Lobby wurden welche aufgestellt, sind zur Feier des Tages festlich eingedeckt – und ausgebucht.
Wir wagen unseren ersten Spaziergang in die Stadt. Von Schatten zu Schatten schleichend erreichen wir die menschenleere Fußgängerzone. Nur ein paar Aboriginies lungern auf den Grünanlagen im Schatten der Bäume herum. Wir grüßen, aber für sie scheinen wir nicht zu existieren. Als lebten sie in einer anderen, parallelen Welt. Dieser erste Eindruck verstärkt sich am nächsten Tag. Aboriginies und der Rest der Australier scheinen sich gegenseitig zu ignorieren. Die Barriere wird jäh unterbrochen, als wir unseren Biervorrat ins Auto packen wollen. Die runzlige Hand einer alten Frau hält uns plötzlich ein paar Cent entgegen. Sie fragt nach einer Flasche Bier, die wir selbst gerade für über drei Dollar erstanden haben. Wir schenken ihr eine.

Unser erstes Ziel ist der „Desert Park“ nahe Alice. Man stelle sich vor, ein Park mit Flora und Fauna aus der Wüste, und das mitten in der Wüste! Es ist wieder so heiß, dass das Wasser in den Trinkflaschen zu verdunsten scheint. Und dann noch 20$ Eintritt pro Person. Sollen wir uns das antun? Es lohnt sich! Wer verstehen will wie das Leben in der Wüste funktioniert, dem bietet sich hier eine sehr gute Gelegenheit die Überlebensstrategien in den verschiedenen ökologischen Nischen kennen zu lernen. Natürlich gibt es auch ein paar Känguruhs, die irgendwo im Gestrüpp dösen. Aber viel interessanter sind die Volieren mit einer faszinierenden Vogelwelt oder das Gebäude, in dem im künstlichen Zwielicht die sonst nur nachtaktiven Kreaturen rumwuseln.

Im Westen von Alice erstreckt sich die „Mc Donnell Range“, ein aus rotem Sandstein geformter Höhenzug. Die tief-rostrote Farbe stammt von verwittertem Eisen. An mehreren Stellen ist die Bergkette unterbrochen. Gaps, Gorges oder Chasm nennen die Aussies diese durch Wasserläufe gebildeten Schluchten. Richtig gelesen: Wasserläufe! Hier in der Wüste! Aber, selbst wenn die Flüsse ausgetrocknet sind, die verbleibenden Wasserlöcher sind eine willkommene Erfrischung für Mensch und Tier.
Vom Namatjira Drive zweigt eine befestigte Straße nach Hermannsburg ab. Der Ort ist aus einer deutsch-lutheranischen Missionsstation im Aboriginie-Land entstanden. Die Station kann man besuchen, die Aboriginie-Gemeinde nicht. Fremden ist der Zugang in die staubige Barackensiedlung nicht gestattet. Menschen sieht man nur von weitem. Die Zeichen „Fotografieren verboten“ sind deutlich sichtbar aufgestellt. Man möchte unter sich bleiben. Verständlich. Und wir sind nicht am „Slumtourismus“ interessiert.
Die Mission ist saisonbedingt geschlossen. 270km vergebens gefahren. Wir tanken nicht in Hermannsburg auf. Unser Benzin reicht noch bis Glen Helen. In dieser Station, so heißen hier die Farmen, soll es ein Resort mit Campground und eine Tankstelle geben. Gibt es auch. Nur an der Zapfsäule für Benzin ist die Pumpe kaputt. Mit den 10 Litern, die im Notfall aus einem Fass abgezapft werden, kommen wir nie die 140km zurück nach Alice, denn der Van schluckt locker seine 15ltr/100km. Am nächsten Morgen zeigt der Sohn der Besitzerin mehr technisches Verständnis und hat ein Einsehen. Er überlässt uns 20ltr. Trotz Klimaanlage kommen wir mit ziemlich verschwitzten Händen in Alice an, mit vielleicht noch 1,5 Liter im Tank.

Und hier unsere ersten Wüstenerfahrungen:
Regel Nummer eins: Nimm so viel Trinkwasser mit wie du kannst.
Regel Nummer zwei: Kommst du an einer Tankstelle vorbei, füll auf, egal wie viel noch im Tank ist. sextant