"Humpelfix" Kanaky-Krieger
Kultur-Show Portrait
drei Grazien Mittagspause
im Aquarium Suchbild: "Garnelen"
Jean-Pierre, Prof. francais Virginie La Cruelle

Y Not Aktuell

... und nochmal Nouméa

23-10-2011

Kaum zu glauben! Sind tatsächlich schon wieder drei Monate seit dem Unfall vergangen? Und der Heilungsprozess? Arzt, Therapeutin und der Patient, alle sind mit dem raschen Fortschritt außerordentlich zufrieden. In Seglerkreisen hatte ich deshalb schnell den Spitznamen „Humpelfix“. Gewiss, die sieben Wochen bis zum endgültigen Ablegen der Schiene waren vorgegeben, damit Sehne und Muskel sicher zusammenwachsen können. In der Zeit waren nur leichtes Kniebeugen und vorsichtige Krafterhaltungsübungen erlaubt.
Aber dann erwartet mich „Virginies Folterkammer“. Virginie stammt aus Marseille, ist meine Physiotherapeutin und hat einen wesentlichen Anteil an der schnellen Reha. Eine Maschine biegt täglich mein Knie, immer ein bisschen weiter. Danach Kraftaufbau. Auf dem Laufband lerne ich vorsichtig zu gehen. Irgendwann bin ich soweit, wieder auf einem Heimtrainer zu radeln. Wer hätte gedacht, dass ich mich mal so sehr über ein derart banales Ereignis freuen kann. Ein weiterer Meilenstein. So geht es Tag für Tag. Jetzt denken wir sogar schon wieder vorsichtig darüber nach, ob wir es vielleicht doch noch wagen können, vor der Cyclone-Saison nach Australien zu segeln. Nun, bis zur endgültigen Entscheidung haben wir ja noch ein paar Wochen Zeit und der Liegeplatz im Port Moselle ist uns inzwischen sicher.

Was aber macht man/frau Monate lang am selben Platz? Es ist unglaublich wie man es schafft auch kleinste Projekte in die Länge zu ziehen, wenn nur genügend Zeit zur Verfügung steht. Doch selbst dann sind irgendwann alle Reparaturen am Boot abgehakt. Die Museen, Parks, oder das durchaus sehenswerte Aquarium sind schnell abgegrast. Und besondere Ereignisse, wie das Gast-Konzert der Philharmonie aus Sydney, sind hier selten. Nur mit Glück können wir noch ein paar Karten ergattern. Während der pazifischen Spiele, einer Mini-Olympiade, ist täglich Programm auf dem Place des Cocotiers, mit Verkaufsständen, Tanzveranstaltungen und riesigen Leinwänden auf denen die Wettkämpfe verfolgt werden können. Einer Messe direkt vor dem Hafenbecken, folgt eine Kanaky-Kulturveranstaltung, etc. Und last not least die Rugby-Weltmeisterschaft in Neuseeland, die im Hafenrestaurant „Le Bout du Monde“ über den LCD-Bildschirm flimmert. Da muss frau sich schon anstrengen, um noch Zeit für den Französisch-Kurs und das regelmäßige Jogging aufzubringen.

Während wir es uns hier gut gehen lassen trifft uns die Nachricht von dem grausigen Mord in Nuku Hiva. Auf den Marquesas, Utes Lieblings-Inseln, wurde ein deutscher Segler bei einem Jagdausflug in einem abgelegenen Tal zerstückelt und verbrannt. Nach seinem einheimischen Führer wird gesucht. So etwas berührt uns umso mehr, weil wir selbst in diesem malerischen, friedlichen Tal gewandert sind.

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