Gahi Bay LaloLalo-Krater
beim Bast schälen Alfredo erzählt
Waldszene Fort "Talietumu"
Kirche in Leava flexible Architektur
Kinder in Futuna

Y Not Aktuell

Wallis & Futuna

28--09-2010

Auf dem Weg zwischen Samoa und Fiji machen wir Zwischenstopp auf zwei abseits gelegenen Inseln. Am Eingang in die Lagune von Wallis mahnt ein Wrack auf dem Riff, dass der Besucher die Bedingungen im Pass nicht unterschätzen sollte. Bis zu 6 Knoten Strömung können hier auftreten. Wir warten bis das Niedrigwasser einsetzt. Dennoch strudelt uns der Strom mit 4kn entgegen und bricht sich weiß schäumend mit den heran rollenden Wellen. Wir hätten besser noch eine weitere Stunde gewartet. Doch der Kanal ist breit, gut betonnt und wir vertrauen unserer starken Maschine. Im Inneren der Lagune erwartet uns ein Zickzack-Kurs durch gut sichtbare Riffe bis zu unserem Ankerplatz beim Örtchen Gahi, wo man ruhiger liegt als vor dem Hauptort Mata Utu.
Wie auf den meisten zu Frankreich gehörenden Territorien ist das Einklarieren unkompliziert. Beim freundlichen Gendarm bekommen wir einen Stempel in den Pass und der Zollbeamte empfängt uns ganz leger im LavaLava, dem hiesigen Wickelrock, obwohl die dunkelblaue Hose mit den roten Biesen doch Vorschrift ist. Die trägt er wohl nur, falls sich mal ein Kreuzfahrtschiff hierher verirrt.
Gemeinsam mit Angelika und Friedel von der „Blue Sky“ erkunden wir die Insel. Dass Wallis vulkanischen Ursprungs ist, erkennt man auch ohne Geologe zu sein. Die Hauptattraktion ist „Lalolalo“ ein kreisrunder, grüner Kratersee, dessen Felswände 60m senkrecht abbrechen. Überall ist dunkles Lavagestein, aus dem auch die ehemaligen polynesischen Befestigungsanlagen gebaut wurden. Deren Ruinen sind teilweise wieder vom Urwald freigelegt worden. „Talietumu“ heißt die größte Anlage, die dem König von Tonga als Sitz diente. Den Schutz hatte er sicher nötig, denn die Walliser waren blutrünstige Kannibalen. „Alefeddo“, unser einheimischer Guide, zeigt uns eine tief im Urwald versteckte Wehranlage in der das gesamte Gefolge eines tonganischen Königssohns in täglichem Abstand enthauptet und gefressen wurde. Nur der Prinz soll als einziger überlebt haben, weil er mit der Tochter des hiesigen Herrschers ein Baby hatte. Kein Wunder, dass unseren Frauen bei solchen Geschichten in dieser mystischen Umgebung ganz anders wird, spätestens beim Anblick der Reste menschlicher Skelette, die uns Alefeddo zeigt.

Futuna besitzt keine Lagune und keinen sicheren Ankerplatz. Deswegen wird die kleine Insel von weniger als ein Dutzend Booten pro Jahr besucht. Zwei Königreiche teilen sich das Eiland. Dank der französischen Verwaltung bekriegen sie sich heute nicht mehr. Aber es soll keine 150 Jahre her sein, als der letzte Missionar im Kochtopf landete.
Wir treffen Dick und seine Familie, deren Haus vom Taifun im März 2010 zerstört wurde und jetzt in einem offenen Fale lebt. Ein paar Worte zur Begrüßung in Französisch öffnen nicht vorhandene Türen. Wir sind herzlich willkommen. Als Gastgeschenk erhalten wir gleich eine ganze Kiste mit Frühstücksfleisch. Ganz können wir das Angebot nicht ablehnen, beschränken uns aber auf eine Büchse. Später revanchieren wir uns mit Kava und Kleidung für seine Kinder. Sein Angebot zur Inselrundfahrt können wir nur zum Teil annehmen. Wir haben nämlich schon eine weitere Verabredung für eine solche Tour von Franc aus Marseille, dessen Frau hier als Lehrerin arbeitet. Die Rundfahrt endet auf der Ostseite der Insel. Hier hat der Taifun ganze Arbeit geleistet. Eine neun Meter hohe Welle hat die Uferstrasse komplett weg gerissen. Von den Häusern dahinter stehen nur noch Ruinen. Interessanterweise sind die alten Fales die Gebäude, die bereits wieder aufgebaut sind. Ein Symbol für eine der Umgebung angepasste Architektur.return to top