Doubful Sound Rata Blüte
noch'n Wasserfall Köderfisch
für's Dinner Abendstimmung
.. und morgens Luxmore Hütte
...und kurz danach Luxmore Peak
Abstieg vom Grad Lake Manapouri
Waiau River

New Zealand

Fjordland II - Doubtful Sound & Kepler Track

21-02-2010

Noch südlicher als Milford liegt der Doubtful Sound, eine weit verzweigte Fjordlandschaft. Hierher führt keine öffentliche Strasse. Das hält den Tourismus in Grenzen. Wer den Sound besuchen will, muss mit 2 Std Anreise rechnen. Zunächst mit einer Fähre über den Lake Manapouri und dann mit einem Bus auf Schotterwegen über den Wilmot Pass zur Deep Cove. Zwei Veranstalter bieten hier „Kreuzfahrten über Nacht“an. Auf unserer kleinen „MV Friendship“ sind wir nur 10 Gäste. Gerade richtig, um die Abgeschiedenheit dieser beeindruckenden Landschaft in Ruhe auf sich wirken zu lassen, und nachts in den klaren Sternenhimmel zu träumen. Zum Dinner landen dann zwei kapitale Langusten direkt aus dem Käfig auf unseren Tellern. Frischer geht’s wirklich nicht. Das kann keines der großen Ausflugsboote bieten!
Die Kabine teilen wir uns mit Angela und Wolfgang, einem „coolen Paar“ aus Hamburg. Sie sind Langzeiturlauber, ähnlich wie wir. Und auch sonst stimmt die Wellenlänge. In der „In-Kneipe“ von Te Anau „The Mousse“ haben wir abschliessend gemeinsam viel Spass beim Karaoke-Abend (Nein, WIR haben nicht gesungen!)

 

 

Sandflies

auch Blackflies genannt (lat: Simuliidae), sind die Geisel der Südinsel. Besonders übel sind sie jedoch im Fjordland. Laut einer Legende der Maoris hat die Göttin des Todes diese Plagegeister geschaffen, um den Menschen die vollkommene Schönheit dieser Landschaft zu vergällen.
Sandflies sind besonders gemeine, winzige Vampire. Kein aggressives Sirren verrät ihren Anflug. Ihre Landung bleibt unbemerkt, bis es bereits zu spät ist. Das Ergebnis ist unterschiedlich. Während sie in einigen Gebieten nur lästig zwicken, bleiben bei anderen mehrtägige, rot geschwollene Erinnerungen. Sie jucken entsetzlich lange. Blutig kratzen schafft leider nur kurzfristige Linderung.
Zur Abschreckung hat die Menschheit viele Gegenmittel ersonnen, von nach Zitrone riechenden Kerzen, über die sich selbst jugendliche Sandflies kaputt lachen, bis hin zu massiven chemischen Cocktails, bei deren Anwendung man um seine Gesundheit bangen muss. Tatsächlich lässt sich dadurch die Mehrheit der Blutsauger irritieren. Für die Gourmets unter ihnen muss das jedoch wie guter Käse sein. Je mehr es stinkt, umso besser schmeckt es.
Die Cleversten unter den Sandflies haben eine ganz spezielle Technik. Sie warten seelenruhig in den öffentlichen Toiletten auf ihre ahnungslosen Opfer. Sie wissen, eine gewaltige Zielfläche wird dort minutenlang völlig schutz- und wehrlos dargeboten. Genug Zeit um sich in aller Ruhe die beste Stelle auszusuchen, wobei feucht-warme Plätzchen hoch im Kurs stehen. Ganze Familien scheinen sich hier zum abendlichen „all inclusive Buffet“ zu treffen.
Fazit: Einen 100%igen Schutz gegen die Biester gibt es nicht. Wer die unvergessliche Natur im Fjordland geniessen möchte, der muss leiden!

 

 

Kepler Track

Der Kepler Track, der zweite der drei Great Walks im Fjordland, ist eine herrliche alpine Gratwanderung. Zu beiden Seiten schweift der Blick tief hinab zu den Seen Te Anau und Manapouri oder hinüber zu den Gipfeln des Fjordlandes. Wegen der Ausgesetztheit kann der sonst unschwierige Track bei Starkwind oder Regen schnell gefährlich oder unbegehbar werden.
Für den Track werden vier Tage empfohlen. Als wir bereits nach 3 Tagen das Ziel erreichen sind wir schon ein bisschen stolz. Damit daraus aber kein Übermut wird, führt uns das Schicksal direkt auf ein Plakat zu, das für die KEPLER CHALLENGE wirbt. Bei diesem Ultramarathon rennen die Teilnehmer den 60km langen Track mit über 1300 Meter Höhenunterschied an einem Tag. Der Schnellste in weniger als 5 Stunden! Wie sagte schon Asterix? Die spinnen, die ...!

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