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Pazifik

Cook Islands - Rarotonga

23-10-2008

Eine Vulkaninsel mit einem kleinen Saumriff, das ist Rarotonga, die „Hauptstadt“ der Cook Islands. 32 km lang ist die Straße rundherum. Der kleine Hafen bietet Schutz bei den vorherrschenden Ostwinden. Bei Nordwind jedoch sollte man ihn schleunigst verlassen, der Schwell schlägt dann heftig gegen die Kaimauer. Vor Buganker mit Heck zum Kai, so macht man hier fest. Seit dem Mittelmeer, wo es aus Platzgründen üblich ist, haben wir das nicht mehr praktiziert, aber es klappt noch immer problemlos.
Die Anmeldung beim Hafenmeister verläuft Cook-Style, absolut locker. Wir sollen die Q-Flagge oben lassen bis der Beamte der Gesundheitsbehörde unser Schiff überprüft hat. Dieser kommt  irgendwann ans Dock, nicht mal aufs Boot, erklärt uns nur, dass wir nichts von Bord bringen dürfen, vor allem keine tropischen Früchte, und kassiert 20$. Das war’s!  Cook-Style! Utes Bedenken, alle frischen Lebensmittel wegwerfen zu müssen, waren völlig unnötig.
Der Segler bekommt im Hafen von Avarua zollfreien Diesel aus dem Tankwagen, Wasser und vor allem Gas in einer nahegelegenen Abfüllstation, die gut mit Anschlussadaptern ausgerüstet ist.

Wir erleben Rarotonga zu Fuß, auf einem schmalen Pfad quer über die Insel. Eine Kennzeichnung sucht man vergeblich. Man folgt der ausgetretenen Spur oder was man dafür hält. Prompt verpassen wir eine Abzweigung und landen auf einem steilen, ausgesetzten Grat. Ein bisschen Nervenkitzel muss sein. Entlang eines Kontrollpfades für die Wasserleitung hangeln wir uns wieder talabwärts.
Wir erleben es mit dem Scooter auf der Küstenstraße. Und aus der Luft. Dieser für uns ungewohnte Blick aus der kleinen Cessna beeindruckt uns am meisten. Erst aus der Vogelperspektive sieht man, wie unglaublich Blau das Wasser um das Riff sein kann, wie schroff die Grate der Kraterlandschaft, wie malerisch die Muri-Lagune, von der aus einst die Kanus zur Besiedlung Neuseelands gestartet sind. Wie die Boote ausgesehen haben müssen kann man sich vorstellen, wenn man das „Canoe Making Festival“ in Avaru verfolgt hat. Bootbauer von den verschiedenen Inseln der Cooks haben sich getroffen, um traditionelle Kanus zu bauen. Es ist nach wie vor faszinierend zu sehen wie aus einem gewaltigen Baumstamm ein Boot wird, auch wenn inzwischen die Kettensäge und der Elektrohobel mithelfen.

„Kia Orana“ begrüßt uns der Häuptling auf dem Marae, dem heiligen Versammlungsplatz. „Kia Orana“ antworten die Gäste eifrig, so häufig bis es dem Häuptling laut genug ist. „Kia Orana“ bedeutet soviel wie „ mögest du weiterhin gut leben“ und ist sowohl freundlicher Gruß wie universelles Zauberwort, wenn man Fragen hat oder Hilfe benötigt. Hier auf dem Marae, von Busladungen gebrüllt, hört es sich eher an wie ein Schlachtruf. Der Zauber der Zeremonie droht bei uns bereits zu schwinden, weil wir unwillkürlich an Veranstaltungen in „all inclusive Clubs“ erinnert werden. Plötzlich ergibt sich eine unerwartete Wende. Eine Gruppe Neuseeländer, von einem Maori-College wie sich später herausstellt, stimmt einen mehrstimmigen Gesang in „Maori“ an. Das ist nicht mehr Show, das ist authentisch. Die Emotionen, die bei einigen der erwachsenen Sänger in den Augen zu erkennen sind, übertragen sich auf  die Zuhörenden. Die Schule ist hierher gereist um an diesem heiligen Platz ihren Vorfahren zu huldigen, die ja von hier gekommen sind. Unsere Stimmung steigt wieder.
Nach Huhn, Schwein und allerlei Gemüse aus dem Erdofen, erwartet uns die „Paradise-Night“, mitreißende Rhythmus-Trommeln, Gesang und vor allem traditionelle Tänze im Baströckchen und mit Kokosnuss-BH. Bei der unvermeidlichen Auswahl von Mitmach-Gästen trifft es diesmal Ute. Sie hält sich tapfer, auch wenn ihr Hüftschwung noch nicht ganz perfekt ist.

Jetzt sitzten wir gemütlich im Hafen und warten - wie alle anderen Segler - auf günstigen Wind zum Auslaufen.sextant