zurück zur Übersicht:
Friedhof Atuona Gaugin Museum
Traitors Bay Puamau
Tiki Regenwald

Pazifik

Marquesas - Hiva Oa

09-07-2008

Te Henua Enata, „Land der Menschen“ nennen die Eingeborenen ihre Inseln, die zu den abgelegensten Flecken der Erde gehören. Die Marquesas sind vulkanischen Ursprungs und erdgeschichtlich sehr jung. Auf fast allen Inseln fällt eine zentrale Bergkette mit Steilwänden unvermittelt zur Küste ab. Schroff und abweisend wirken sie von der Seeseite. Eine üppige tropische Vegetation bedeckt die regenreichen Osthänge.  In den Tälern gedeihen Früchte, Kokos und Gemüse. Die Gewässer um die Inseln  sind fischreich.
Vor mehr als 2200 Jahren bevölkerten die Polynesier die Inseln von Samoa und Tonga kommend. Sie waren hervorragende Seefahrer, gefürchtete Krieger und Kannibalen. 1595 von spanischen Seefahrern entdeckt, die der Inselkette den heutigen Namen gaben, wurden sie 1842 zum französischen Territorium erklärt.
Die Menschen hier zeichnet eine besonders großzügige Gastfreundlichkeit und eine aufmerksame Mitmenschlichkeit aus. 

Hiva Oa ist die größte der südlichen  Inseln zu denen noch Fatu Hiva und Tahuata gehören.
Wir melden uns auf der Gendarmerie im kleinen verträumten Örtchen Atuona um einzuklarieren. Ein freundliches „Bienvenue“ empfängt uns. Nach all dem Papierkrieg, den wir aus den südamerikanischen Ländern kennen, sind die Formalitäten hier erfrischend einfach. Die Crew hat komplett zu erscheinen und sich auszuweisen. Nur ein Dokument wird ausgefüllt und mit 55 polynesischen Franc (ca. 0,45€) frankiert auf dem Postamt abgegeben. Das war’s!  Für Mitglieder einiger Nichteuropäischen Staaten muss der Skipper allerdings eine Kaution von ca. 1600USD hinterlegen, die bei der Ausreise zurückgezahlt wird.

Vom idyllisch gelegenen Friedhof hat man einen herrlichen Blick auf Atuona und die Tahauku Bay. Dort finden wir die Gräber von Paul Gaugin und dem Chansonier Jacques Brel, die die Marquesas wegen ihrer kulturellen Kraft und Ausstrahlung liebten. Im Gaugin-Museum hängen die Kopien  seiner berühmten Gemälde barbusiger Insulanerinnen, die geholfen haben, den Nimbus von der exotischen Südsee in Europa zu verbreiten.

Auf dem Weg zurück zur Ankerbucht begleiten wir zwei sehr sympathische amerikanische Paare. Wie sich herausstellt reisen sie auch mit dem Schiff. Allerdings nicht mit einem Segelboot, sondern mit einer der Luxusyachten, die man sonst nur aus Hochglanzbroschüren und Magazinen kennt. Wir sind zum Lunch eingeladen. Stolz zeigen uns Steven und Teresa ihre Royal-Huisman-Yacht. Ute ist ganz aus dem Häuschen, weil alles blinkt und blitzt. Die riesigen Ankerwinschen aus poliertem Edelstahl, der weiße Technikraum mit 2x 5000PS Dieselmotoren, Hydraulikaggregaten, Klimaanlagen wie für ein Bürohaus und 600ltr/h Wassermacher, ganz zu schweigen von der gediegen-luxuriösen Inneneinrichtung aus Teak. Eine Tankkapazität von 40.000ltr. sorgt für genügend Reichweite. Die fünfköpfige Crew bewegt das Schiff zu den interessanten Plätzen der Welt wohin das Eignerpaar dann alle sechs Wochen für drei Wochen nachjettet. Nicht nötig zu erwähnen, dass der Mittagssnack und der kredenzte Prosecco exzellent waren. Reisen in einer anderen Liga!

Mit einem Mietauto erkunden wir die wilde Nordküste. Verfahren kann man sich kaum, denn es gibt nur die eine Schotterstraße über die Insel. Dafür ist man für die wenigen Kilometer den ganzen Tag unterwegs. Am Ende der Piste erreicht man die Bucht von Puamau. Das Versorgungsschiff „Aranui“ ankert gerade hier und entlädt seine Fracht, während die mitfahrenden Gäste am Strand baden. Ein Mal im Monat versorgt die „Aranui“ von Papeete kommend alle entlegenen Siedlungen der Inseln. Es ist beeindruckend zuzusehen wie abenteuerlich die Güter angelandet werden, insbesondere in schlecht geschützten Buchten mit viel Schwell. Vom Ort Puamau windet sich  ein schmaler Weg den Hügel hinauf zu einem bedeutenden Ma’ae, einer historischen Kultstätte mit imposanten Steinfiguren, Tiki genannt. Wir lassen die mystische Atmosphäre des Ortes auf uns einwirken während wir, vielleicht etwas despektierlich, unsere selbst gepflückten Mangos und Pomelos zum Lunch geniessen. sextant