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Santa Cruz im Darwin-Institut
.. und im Freien Elefantenfuss
Landechse drei Tenöre
Meeresechse Sonnenbad
Blaufuss-Tölpel Seelöwe
Kliffbewohner aufmerksam
frühe Kunst

Pazifik

Naturererlebnis Galapagos

12-06-2008
 

Alle Inseln im Galapagos-Archipel sind Vulkane, die von über 2000m Meerestiefe auf bis zu 1500m empor steigen. Auf einigen Inseln sind sie noch tätig. Diese Urlandschaft, die urzeitlichen Reptilien, die hier leben, und die Vielzahl nur hier vorkommender Tier- und Vogelarten verleihen Galapagos den Mythos einer Reise in die Urzeit und eines Naturparadieses. Nicht zuletzt hat auch der Forscher Charles Darwin, der hier Beweise für seine Evolutionstheorie gesammelt hat, dazu beigetragen. Erst vor ca 80 Jahren kamen die ersten Siedler aus Norwegen und Deutschland hierher. Vorher landeten nur gelegentlich Walfänger und andere Schiffe, die ihren Proviant mit frischem Wasser und Schildkrötenfleisch auffrischten.

Auf Santa Cruz, der geschäftigsten aller Inseln und dem touristischen Zentrum des Archipels, hat sich uns dieser Mythos nicht offenbart. Er scheint im Kommerz unter zu gehen. Dafür ist die Versorgungslage für Segler überraschend gut. Es gibt einen „Supermarkt“ für die wichtigsten Dinge des täglichen Lebens, auf dem Wochenmarkt bekommt man frisches Obst und Gemüse. Mehrere Läden bieten Ausrüstung und Ersatzteile rund ums Schiff an. Einen neuen Kompressor für unsere Eisbox haben wir aber ebenso vergeblich gesucht wie einen Zahnriemen für den Generator. Ein gut sortiertes Ersatzteillager an Bord ist manchmal hilfreich!

 

Auf Santa Cruz befindet sich auch das Darwin-Institut, das sich um die Erhaltung der verschiedenen Arten der Riesenschildkröten verdient macht (fast jede Insel hat bzw. hatte eine eigene Spezies). An den ausgedehnten Stränden liegen schwarze Meeresechsen faul auf gleichfarbigem Lavagestein in der Sonne. Dazwischen suchen Krebse ihre Nahrung im Brandungsbereich. Überall kreisen Fregattvögel und die nur hier vorkommenden Blaufuß-Tölpel schießen wie Pfeile ins Wasser, um ihre Beute zu erjagen. Reiher, die scheinbar keine Furcht kennen, lassen den vorsichtigen Beobachter bis auf wenige Meter heran. In der Ankerbucht haben Seelöwen einige der Fischerboote zu ihren Ruheplätzen erkoren.

 

 

Alles auf der Insel zeugt von ihrem vulkanischen Ursprung. Große begehbare Lavatunnel wirken wie der Eingang zur Unterwelt. Insgesamt ein sehr beeindruckendes Naturschauspiel.
Trotzdem. Das „Gefühl Galapagos“ stellt sich bei uns erst auf Ausflügen zu den kleineren Inseln Santa Maria (Floreana) oder Santa Fe ein. Hier empfinden wir irgendwie mehr Nähe zu Natur und Umwelt. An den schwer zugänglichen Felsküsten faulenzen im Erdgeschoss die Seelöwen, während in den oberen Etagen ungestört tausende von Seevögeln ihre Brut aufziehen. Die Riesenschildkröten laufen frei herum, nur von der Naturschutzbehörde behütet.

Am ursprünglichsten soll die Insel Isabella sein. Leider war uns ein Besuch dort (noch) nicht möglich. In der offenen Ankerbucht  von Puerto Ayuro wollten wir Y Not nicht  für 3 Tage oder mehr allein lassen. Aber vielleicht ergibt sich noch ein flüchtiger Blick bevor wir endgültig die 3000sm offenes Meer in Richtung Marquesas ansteuern.

 

Taucherparadies Galapagos

Tauchen auf Galapagos ist ein Muss, sagt unser Guide. In der Tat, begünstigt durch die unterschiedlichen warmen und kalten Meeresströmungen, die sich hier treffen, sind die Gewässer um die Inseln besonders reich an Plankton und damit an Fischen. Diese ziehen wiederum die großen Raubfische an.
Besonders interessante Tauchplätze sind an den steilen Felskliffs von Seymour Island und Gordon Rocks. Eine Tagesfahrt dorthin mit drei Tauchgängen kostet hier immerhin  USD140,- pro Person (bei eigener Ausrüstung gibt’s USD20,- Nachlass), aber nach dem einmaligen Erlebnis, das wir beim Schnorcheln mit Seelöwen hatten, wollen wir uns das nicht entgehen lassen.

Die Tauchplätze sind beeindruckend. Die unruhige See, die sich ungestüm an den steilen Felsnadeln bricht, und die stellenweise starke Strömung zeichnen sie nicht gerade als Anfängerrevier aus. Gleich beim ersten Abstieg begrüßt uns ein Hammerhai. Weißspitzenhaie, gewaltige Meeresschildkröten, Adlerrochen und auffallend viele große Fischschwärme runden das Programm ab. Allerdings ist die Sicht durch die Menge an Plankton begrenzt. Weniger spektakulär ist dagegen die Unterwasserflora. Der üppige Bewuchs den wir von den Korallengärten anderer Tauchgebiete kennen, bietet sich hier nicht. Die Walhaie und ganze Schulen von Manta-Rochen, die hier häufiger gesichtet werden, waren uns in unserer begrenzten Zeit nicht vergönnt. Dazu müsste man vermutlich eines der Tauchschiffe buchen, die ein- und mehrwöchige Exkursionen anbieten.Top