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Altstadtgasse Plaza San Pedro
Strassen-Café namenloser Akt
private Oase Cartagena nuevo

westl. Karibik

Cartagena

08-03-2008
 

Der Club Nautico ist nicht nur ein gemütliches Plätzchen mit familiärer Atmosphäre, er bietet dem Cruiser auch genau das was er sucht. Der vorgeschriebene Agent zum Einklarieren sitzt an der Bar, der Supermarkt ist gleich um die Ecke, die Bank zum Geldwechseln daneben. Neuankömmlinge erhalten eine von Seglern erstellte Informationsbroschüre, die von den Sehenswürdigkeiten der Stadt bis zu den Bezugsquellen für Dienstleistungen rund ums Boot Auskunft gibt. Für uns eine der letzten Gelegenheiten die Kunststofffenster im Spritzverdeck ersetzen zu lassen. Wegen Versprödung platzen die nur vier Jahre alten Folien schon bei leichtem Druck. Die Sonne fordert ihren Preis! Für uns also genug Zeit, um die Wartezeit mit kleineren Reparaturen und Bootpflege zu nutzen und die Stadt ausgiebig zu erkunden.

Cartagena, dessen Gründung 1533 erfolgte, ist eine der ersten Städte, die von den Spaniern in Südamerika errichtet wurden. Als wichtigster Hafen Kolumbiens wurden hier die geplünderten Schätze gelagert, bis sie nach Spanien transportiert wurden. Einen Eindruck von dem was die Spanier sich brutal angeeignet haben, erhält man im „Museo de Oro“, dem Gold-Museum.
Cartagena war außerdem ein Zentrum für den Sklavenhandel. Da die Reichtümer der Stadt ein verlockendes Ziel für die karibischen Piraten des 16. Jahrhunderts waren, bauten die Spanier eine massive Kalksteinmauer um die Stadt.

 

 

Todesfall im Club Nautico

Ein 63-jähriger englischer Einhandsegler erlag einem Herzschlag noch bevor er seinen gerade bestellten Eis-Café geniessen konnte.
Sein Boot wurde von den Behörden versiegelt bis das britische Konsulat dessen Verbleib geklärt hat.

Eine Reihe außerhalb liegender Befestigungen schützte Cartagena und seinen natürlichen Hafen vor Angriffen. Das riesige Castillo San Felipe war die größte und stärkste Festung ihrer Art. Von hier hat man einen hervorragenden Blick auf die Altstadt deren Gebäude ihren kolonialen Baustil bewahrt haben.
Dominierend im Straßenbild sind die üppig verzierten Balkone. Sie erinnern an die Gassen Südspaniens. Wir lassen eine ausführliche Führung durch die Jesuitenkirche von San Juan de Dios über uns ergehen. Unser Guide meint es gut und erklärt uns genau jedes Bild, jede Skulptur, jedes Kruzifix aus der reichhaltigen Sammlung. Hier wirkte der Jesuitenpater San Pedro Claver, der für seine Seelsorge an den angelandeten Sklaven heilig gesprochen wurde. Uns fällt auf, dass alle besichtigten Kirchen sehr hell und einladend freundlich sind. Der ehemalige Regierungspalast der Spanier und Sitz der heiligen Inquisition erzeugt in uns eher beklemmende Gefühle.

Kultur nimmt in Cartagena eine wichtige Rolle ein. Überall in der Stadt begegnen uns Skulpturen kolumbianischer Künstler. Die bekannteste ist ein „üppiger“ Akt am Plaza de Domingo. Ein aktueller kultureller Höhepunkt ist das 48. internationale Filmfestival, das zur Zeit hier statt findet.

In den großen Küstenstädten Kolumbiens wie Cartagena kann man sich unbesorgt bewegen. Die durch die Presse gehenden Geißelnahmen und Schiessereien mit linken Guerillas finden in der Andenregion und im Urwald an der Grenze zu Ecuador statt. Coast Guard und Sicherheitskräfte sind sehr um den Tourismus bemüht. In speziellen Veranstaltungen erhalten Cruiser, die Kolumbiens Küste bereisen wollen, genaue Hinweise wo es sicher ist und wo sie besser nicht ankern sollten. Uns interessiert das weniger, denn der direkte Kurs zu den San Blas Inseln geht übers offene Meer. Top