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Tobago Cays Siesta
Beach shop Frühstücksgast
Petit St.Vincent Hotelbar
Markt St.Georges koloniales Erbe

Karibik

Tobago Cays bis Grenada

Die Inseln, die wie eine Perlenkette aneinander gereiht sind, liegen nur wenige Seemeilen auseinander. Ein bisschen erinnern uns die Grenadinen an die Virgin Islands.

Mayreau ist der nächste Stop auf unserer Fahrt gen Süden. Wir sind spät dran. Die Salt Whistle Bay, eine halbkreisförmige Bucht mit Bilderbuch-Palmenstrand, ist natürlich schon voll. Wir weichen in die Saline Bay aus, bereits ahnend was uns am nächsten Morgen erwartet. Und richtig, wir sind noch nicht ganz wach, brummen bereits die Beiboote eines Kreuzfahrtschiffes; das in der Nacht hinter uns vor Anker ging, an uns vorbei in Richtung Strand. Innerhalb kurzer Zeit treffen auch die kleinen Ausflugsboote ein, um einen Teil der Gäste zu anderen Stränden in den nahegelegenen Tobago Cays zu bringen.

Tobago Cays, das sind Palmen, weisser Sand und kristallklares, türkisfarbenes Wasser. Zwischen ein paar kleinen Inseln ankern die Boote. Ein hufeisenförmiges Riff bietet idealen Schutz. Boat Boys bieten Brot, Fisch, T-Shirts  oder Taxi-Service an, aber nicht aufdringlich. Wenn man die Augen schliesst und sich ein Bild von der Karibik machen soll, so ähnlich wie hier wird es wahrscheinlich aussehen. Mit dem Dingy fährt man ans Aussenriff zum Schnorcheln oder hinüber nach Petit Tabac, einem Eiland, auf dem Berge aus großen Gehäusen der Conch-Muschel von dieser beliebten Nahrungsquelle in der Karibik zeugen. Die Muschel steht unter Naturschutz, um sie vor dem Aussterben zu retten. Trotzdem wird ihr kräftiges Fleisch hier immer noch in Restaurants angeboten. In Europa darf nicht einmal das leere Gehäuse eingeführt werden!

Union Island ist immer noch so verschlafen wie wir es vor fünf Jahren kennen gelernt haben. Nichts hat sich geändert. Wir laufen es nur an, um aus den Grenadinen auszuklarieren. Die Zoll- und Immigrations-Behörden sind im Flughafengebäude untergebracht. Obwohl ein wichtiger Anlaufpunkt für die Grenadinen, ist hier nichts los. Die junge Beamtin gähnt uns erst einmal an, dann werden wir an den Kollegen weitergeleitet, der die Formalitäten unkompliziert erledigt. Hier hält uns nichts. Zum Übernachten verholen wir die drei Seemeilen nach PSV.

Petit St. Vincent, bei Yachties bekannt als PSV, ist eine private Hotelinsel, ein fünf Sterne „Hide Away“. Gediegener Service wo und wann immer der Gast es wünscht. Man ruft die Bedienung  nicht per Telefon (es gibt keins!), sondern signalisiert per roter oder gelber Flagge vor dem Bungalow seine Wünsche. Die kleinen Strandhütten sind weit genug entfernt, um ausreichend Privatsphäre zu gewährleisten. Das Publikum ist international. Yachties, sofern sie der Kleiderordnung entsprechen, sind nur in der Bar und im Restaurant willkommen.
Ganz in der Nähe der Insel liegt auf dem Riff eine kleine Sandbank mit nur einem Sonnenschirm aus Palmwedeln, wie geschaffen für ein romantisches Picknick zu zweit. Ein Bild, das TUI-Reisen gern als Titelfoto auf seinen Katalogen benutzt hat. Leider haben Wind und Wasser die Sandbank bereits so weit versetzt, dass der Schirm mit dem Fuss bald im Wasser steht.

Carriacou ist die nächste Station. Noch vor fünf Jahren war das vorgelagerte Inselchen „Sandy Island“ ein beliebtes Ziel der Segler. Der letzte Hurrikan hat von dem kleinen palmenbewachsenen Eiland nur eine kahle schmale Sandbank hinterlassen. Ein trauriger Anblick.
In der Tyrrell Bay vor dem Carriacou Yacht Club geniessen wir die Abendstimmung. In der Hand einen Rum- Punsch. Vom Strand weht eine sanfte Brise. Sie bringt den Duft von frisch gegrilltem Fisch herüber. Sonnenuntergang der 121ste! Was will man mehr?

Nach Grenada ist es noch mal ein Törn von knapp 40 Seemeilen. Im Gegensatz zu Union Island hat sich Grenada deutlich weiter entwickelt. Es wird viel gebaut. Von der gewaltigen Zerstörung durch den Hurrikan in 2003 ist nicht mehr viel zu sehen. Nur die Kirchen in der Hauptstadt St. Georges sind noch immer ohne Dächer. Auf dem Markt füllen wir unseren Proviant auf. Obst, Gemüse und Gewürze, der Exportschlager der Insel, werden hier angeboten. Deren intensiver Duft mischt sich mit dem Geruch der Abfälle zu einer eindringlichen Komposition. Wir erstehen die aromatischsten Mangos, die wir je gegessen haben, für weniger als einen halben Euro das Stück.
Die Prickly Bay im Süden Grenadas ist unser letzter Anlaufpunkt in den Antillen. Wir treffen viele Boote wieder, die wir auf unserer Reise kennen gelernt oder gesehen haben. Sie alle werden die Hurrikan Saison hier im Trockendock verbringen. Seit 2003 gilt Grenada nicht mehr als hurrikansicher, aber einige Versicherungen akzeptieren hier ein Trockenlager unter bestimmten Voraussetzungen. Natürlich haben sich die Marinas inzwischen bestens auf diese Forderungen eingerichtet.
Noch einmal geht’s zur „Happy Hour“ an Land. Illegal, denn wegen des kurzen Aufenthaltes haben wir uns die hohen Ein- und Ausklarierungsgebühren gespart. Dann brechen wir auf nach Venezuela. Wir sind sehr gespannt was uns auf diesem neuen Abschnitt erwartet! sextant