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Rum-Baron St.Pierre
Transatlantik... Fahrvergnügen

Karibik

Bonjou’ à Matinik’

Nur einen kurzen Segeltrip von Rodney Bay entfernt liegt die Bucht von Le Marin auf Martinique. Trotzdem sind die Unterschiede der beiden Inseln gewaltig.

Martinique ist französisches Departement. Das merkt man schon bei der Versorgung. Die Geschäfte hier stehen im Angebot denen im Mutterland in nichts nach, auch bei Ersatzteilen für das Schiff. Und was nicht vorrätig ist, wird innerhalb von wenigen Tagen eingeflogen. Wer  nicht auf eigenem Kiel hierher fahren will oder kann, lässt sein Boot als Seefracht hierher bringen oder chartert bei einem der zahlreichen Anbieter in der Bucht von Marin.

Mit Geld aus Paris ist das Straßennetz wohl einmalig in der Karibik ausgebaut. Der vergleichsweise hohe Wohlstand auf der Insel, trotz 30% Arbeitslosigkeit, stammt überwiegend aus dem Mutterland. Mit mehreren Milliarden Euro pro Jahr erkauft man sich hier den sozialen Frieden zwischen den ethnischen Gruppen.

Wie seit der Kolonisierung prägen Bananenplantagen und Zuckerrohrfelder die Landschaft. Nur im Norden um den Vulkan Montagne Pelée ist die Insel von dichten Wäldern bewachsen. Die Bananen sind für den Export, das Zuckerrohr überwiegend zur Produktion von Rum.  Was liegt näher, als sich hier über die weltweit über 500 verschiedenen Bananensorten und die Erzeugung von Rum zu informieren. Fast jede Destillerie hat ein eigenes kleines Museum, natürlich mit „Degustation“ der verschiedenen Erzeugnisse. Ganz schön anstrengend so ein Museumsbesuch!

Die Städte haben für uns keinen besonderen Reiz. Die wenigen alten Kolonialbauten werden nicht erhalten, der Rest ist ohne Esprit. Auch die Stadt St. Pierre, die vor dem Ausbruch des Vulkans Pelée 1902 als die Perle der Karibik galt, ist nicht mehr aus der Asche zu ihrem Glanz zurückgekehrt, wie es eine Skulptur herbeischwören möchte. 

Trotz mehrtägiger Rundfahrt hat uns die Insel ihren Charme nicht richtig rüber bringen können. Wie die meisten bleiben wir nur hier, wegen der guten Versorgung. Wir spendieren  Paule, dem Autopiloten einen neuen Rechner. Der Alte hat seinen Dienst nach dem Trockendock nicht wieder aufgenommen. 

Unser neues Dinghi

Nach der Pleite mit dem Yamaha-Schlauch haben wir uns für die Marke  „Caribe“ entschieden.  Noch aus Europa hatten wir das neue Dinghi in St. Lucia bestellt. Durch die Nähe zum Herstellerland Venezuela und dem Dollarkurs sind die robusten Boote hier 1/3 günstiger als in Deutschland.

Das Boot macht einen stabilen Eindruck und mit seinem festen Boden kommen wir selbst mit unserem kleinen Außenborder ins Gleiten, sogar zu zweit! Ein Segen, denn gerade hier in der weitäufigen Bucht „Anse Marin“  wo man weit außerhalb der überfüllten Marina ankern muss, kann man (frau) schnell mal der Enge des Bootes entfliehen.Top